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Ausstattung des Institutes und Leistungsübersicht

Die methodische Ausstattung des Instituts für Veterinär-Pathologie beinhaltet neben allen modernen Einrichtungen für die konventionelle Histologie eine sehr gut ausgestattete Immun- und Enzymhistochemie, Transmissionselektronenmikroskopie inklusive der Präparation, Einrichtungen für die voll- und halbautomatische Morphometrie sowie für in vitro-Verfahren (Zellkultur) und molekularbiologische Verfahren inkl. Serologie.

 

Obduktionen

Im Rahmen der lehr- und forschungsbezogenen Dienstleistungen werden Obduktionen aller Tierarten (inkl. Wild- und Zootiere, Reptilien, Fische sowie Haus- und Wirtschaftsgeflügel) zur individuellen Ermittlung der Erkrankungs- und Todesursache sowie zur Diagnose als Basis tierärztlicher Maßnahmen bei Bestandserkrankungen einschließlich forensischer Sektionen durchgeführt. Die Untersuchungen werden fallbezogen durch komplementäre Verfahren (Histologie, Immunhistologie, Molekularpathologie, Transmissionselektronenmikroskopie) ergänzt.

Die Obduktion folgt einem vorgeschriebenen Sektionsgang und beinhaltet die detaillierte Befunddeskription und Diagnosestellung sämtlicher Organe und Gewebe. In der Mehrzahl der Fälle ist eine Eingrenzung der Diagnose bereits nach der pathologisch-anatomischen Begutachtung möglich. Um eine Verdachtsdiagnose von den möglichen Differentialdiagnosen abzugrenzen, werden während der Sektion Proben für weiterführende Untersuchungen wie z.B. Histologie, Mikrobiologie, Parasitologie, Virologie und Toxikologie entnommen, sichergestellt und ggf. untersucht.

 

Einsendungen, klinische Pathologie

Gewebeproben, welche als Untersuchungsmaterial im Rahmen der klinischen Diagnostik entnommen wurden (Tumoren, Biopsien, Zytologie), werden zur Diagnose und Charakterisierung (z.B. Tumoren, Entzündungen) der Veränderungen bearbeitet. Hierbei erfolgt selbstverständlich auch eine Beurteilung der entsprechenden Fälle unter prognostischen Gesichtspunkten.

 

Histologie

Die histologische Technik dient der lichtmikroskopischen Gewebeuntersuchung. Das fixierte Material wird nach Routineverfahren in Paraffinblöckchen eingebettet, 3-4 µm dicke Schnitte angefertigt, auf Objektträger aufgezogen und gefärbt. Die mikroskopische Untersuchung von Obduktionsmaterial oder Operationsprodukten dient der Absicherung der makroskopischen Diagnose und ermöglicht eine detaillierte Beurteilung der geweblichen Reaktionen z.B. bei Entzündungen. Eine besondere Bedeutung kommt der Histologie bei der Diagnose sowie der prognostischen Beurteilung von Erkrankungen zu, die makroskopisch/klinisch nicht oder nicht sicher zu beurteilen sind (z.B. Tumordifferenzierung, degenerative Leberschäden). Sie dient jedoch auch der Dokumentation des Behandlungserfolges (z.B. Überprüfung der Vollständigkeit einer chirurgischen Resektion).

 

Immun- und Enzymhistochemie

Die Immunhistochemie dient der Detektion bestimmter Moleküle (Antigene) in Gewebeschnitten mit Hilfe von Antikörpern. Zur Markierung werden Fluoreszenzfarbstoffe oder Enzyme verwendet. Die Immunhistochemie wird in der Routinediagnostik eingesetzt und ermöglicht den schnellen und spezifischen Nachweis von Infektionserregern, eine weitere Tumordifferenzierung (insbesondere entdifferenzierte Neoplasien), wie auch zur Bestimmung von Hormonrezeptoren und Mediatoren.

Mittels Enzymhistochemie werden Enzyme in Gewebeschnitten sichtbar gemacht. Die Aktivität der gesuchten Enzyme wird hierbei ausgenutzt, um ein lösliches Substrat in einen unlöslichen Farbstoff umzusetzen. Verwendung findet dieses Verfahren unter anderem bei der Differenzierung spezifischer Zelltypen, wie z.B. von segmentkernigen Granulozyten mittels CLAE (Chlorazetatesterase) oder von Typ-II-Pneumozyten mittels alkalischer Phosphatase.

Wir setzen immun- und enzymhistochemische Methoden bei Bedarf in der Routinediagnostik, aber auch zu Forschungszwecken ein.

 

Transmissionselektronenmikroskopie

Die Elektronenmikroskopie dient der Untersuchung von Gewebeproben auf ultrastruktureller Ebene. Das fixierte Material wird zunächst eingebettet und es werden zunächst 350 nm dicke Semidünnschnitte angefertigt. Von ausgewählten Arealen werden anschließend ca. 50 nm dicke Ultradünnschnitte auf kleine Metallnetze (Grids) aufgezogen.

Die elektronenmikroskopische Untersuchung wird vor allem in der Grundlagenforschung eingesetzt. Darüber hinaus dient sie in der Routinediagnostik z.B. dem spezifischen Nachweis von Viren im Gewebe oder Abklatschpräparaten. Außerdem können mit Hilfe des sog. "negative stainings" Kot und Urin elektronenmikroskopisch z.B. auf Viren untersucht werden.

Mitarbeiter unseres Instituts nehmen seit Jahren an einem "External Quality Assurance Programme for EM viral diagnostic" (EQA-EMV) zur Qualitätssicherung der elektronenmikroskopischen Virusdiagnostik teil.

 

Zellkultur

Die in-vitro-Kultivierung von Säugetierzellen wird unter Anderem in der Grundlagenforschung zum eingehenden Studium zellulärer Mechanismen.

Hierbei werden lebende Zellen aus Organproben in einem aufwändigen Verfahren isoliert und unter definierten Bedingungen kultiviert. Anhand dieses Verfahrens können z.B. Tierversuche an lebenden Tieren minimiert werden.

 

Molekularbiologie

Molekularbiologische Untersuchungstechniken dienen sowohl in der Routinediagnostik, als auch in der Forschung zum Nachweis vielfältiger Strukturen. So können beispielsweise geringe Mengen an Proteinen oder auch DNA und RNA innerhalb eines Gewebes nachgewiesen werden. Dies dient unter Anderem der Verifizierung und Abklärung von Infektionserregern in obduzierten Tieren (z.B. PCV-II).